Lucius Annaeus Seneca * Der Stoiker * Biographie, Bibliographie, Zitate uvm. Die Stoa Lucius Annaeus Seneca * Der Stoiker * Biographie, Bibliographie, Zitate uvm.

Lucius Annaeus Seneca * Der Stoiker * Biographie, Bibliographie, Zitate uvm. Geschichte der Stoa Lucius Annaeus Seneca * Der Stoiker * Biographie, Bibliographie, Zitate uvm. Philosophie der Stoa Lucius Annaeus Seneca * Der Stoiker * Biographie, Bibliographie, Zitate uvm.



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Die Schule der Stoiker wurde ~ 300 v. Chr. durch Zenon aus Kition (Zypern) gegründet. Die Lehrstätte in der 'Stoa poikile' war eine mit Fresken geschmückte bunte Säulenhalle auf Agora zu Athen. Die Geschichte der Stoa kann man in drei Epochen aufteilen:

I. Ältere Stoa (3. Jahrhundert v. Chr.)

1. Zenon (333-262 v. Chr., Selbstmord durch Hungern)


2. Chrysipp aus Soloi (~ 280-204 v. Chr.)
Er verfasste die Dogmatik der Stoa auf 705 Bücherrollen.


II. Mittlere Stoa (150 - 50 v. Chr.)

1. Panaitios von Rhodos (~ 185 - 110 v. Chr.)
Panaitios lehrte in Athen und Rhodos und kam 155 v. Ch. mit einer berühmten Philosophengesandtschaft nach Rom. Er war Freund des Polybios und des jüngeren Scipio, mit dem er einige Zeit (~ 147 v. Chr.) im Feldlager vor Karthago verbrachte. Panaitios lehrte im folgenden (~ 140 v. Chr.) die stoische Ethik in Rom.

Hauptwerk: 'peri tou kathekontos' (Fragmente). Dieses Buch war die Grundlage für Ciceros Ethik "De officiis", wo Cicero in den Büchern I und II die stoische Trieblehre und Ethik im Anschluß an Panaitios wiedergibt.

Panaitios beeinflusste besonders den 'Scipionenkreis' um Scipio den Jüngeren. In diesem Kreis wurden Wort und Idee der humanitas gefunden.


2. Poseidonios aus Apameia in Syrien (~ 135 - 50 v. Chr.)
Poseidonios war Schüler des Panaitios in Athen und wurde dann selbst Lehrer in Rhodos, wo Cicero 78 v. Chr. sein Schüler war. Poseidonios war Naturforscher, Historiker, Philosoph und Forschungsreisender. Er korrespondierte mit Cicero auf Griechisch.


III. Jüngere (römische) Stoa (1./2. Jahrhundert n. Chr.)

1. Lucius Annaeus Seneca (4 - 65 n. Chr.)
Aus Cordoba (Spanien). Erzieher Neros, der ihn 65 n. Chr. zum Selbstmord zwang.

Hauptwerk im Alter: "Moralische Briefe an Lucilius" (praktische Ethik).


2. Epiktet (50 -130 n. Chr.)
Sklave des Domitians. Sein "Handbüchlein" der Moral (engcheiridion) wirkte auf Mark Aurel.


3. Mark Aurel (Kaiser 161 - 180 n. Chr.)
Mark Aurel schrieb 12 Bücher im Zeltlager an der Donau, sie enthielten Selbstbetrachtungen "eis heauton".

Grundgedanken: Der Herrscher (Kaiser) ist der Diener der Menschheit. Er ist vom logos (göttliche Weltvernunft) berufen und setzt seine sittliche und geistige Überlegenheit für das Allgemeinwohl ein.


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Grundlage der Lehre sind die 705 Buchrollen des Chrysipp.

I. Physik und Metaphysik (von Plato weiterentwickelt)


Die Welt (Kosmos) ist vom pneuma, pyr und logos beseelt, was pantheistisches göttliches Urfeuer in Pflanzen, Tieren und Menschen bedeutet. Pneuma als Lufthauch, Feuer als pyr (vgl. Heraklit) und die Weltvernunft als logos, die eine körperliche Substanz hat. Alles Werden im Kosmos wird vom logos gelenkt, auch die Geschichte (vgl. Hegel). Alles ist organisch vorherbestimmt, die 'heimarmene' ist das notwendige organische Einwirken des logos-pneuma auf alles Werden. Der Stoiker spricht auch von Wiederkehrende Weltperioden (vgl. Plato). Dies bedeutet, am Ende jeder Weltepoche steht ein Weltbrand, der wie beim Ursprung eine Rückkehr ins Urfeuer bedeutet. Danach folgt eine neue Weltentstehung (palingenesia). Ein stoisches Weltjahr ist die Zeit zwischen zwei Weltbränden.


II. Ethik


Die stoische Ethik hatte große Wirkung auf Rom, da diese Ethik dem altrömischen Virtus-Ideal sehr entgegenkam. Ebenfalls hatte sie auch Wirkung auf Cato Maior (censor 184 n. Ch.), auf Livius (stoische Heldenbilder, z.B. Fabius Cunctator gegen Hannibal), Horaz und Augustus.

Für Stoiker bedeutete ein naturgemäßes Leben, Vernunft und das Leben eine einzige Glückseligkeit. Das einzige Übel ist der Rest wie z. B. Krankheit und Tod. Das Ziel eines Stoikres war die Weisheit, was Leidenschaftslosigkeit und Vernunft bedeutete, also die Übereinstimmung der eigenen Vernunft mit dem logos. Affekte wie Leidenschaft und Triebe, stehen der Vernunft (der Erkentnis des Guten) im Weg, daher bekämpft ein Stoiker die Triebe (siehe De ira von Seneca). Für den Stoiker gehört die Ehe, Familie und der Staat zu den wichtigen Dingen im Leben. Seine soziale Forderung lautet, Gerechtigkeit und Menschenliebe gegen alle. Daher wurden erstmals auch Sklaven und Barbaren als Menschen erachtet. Einem Stoiker war es als Ausdruck moralischer Überlegenheit erlaubt Selbstmord zu begehen (siehe Zenon von Kition und Seneca).


III. Logik


Für den Stoiker ist der Geist bei der Geburt ein unbeschriebenes Blatt (tabula rasa), auf dieses durch Erfahrung Inhalt kommt. Die Erkenntnis erschließt sich durch Wahrnehmung des Einzelobjekts.


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