Lucius Annaeus Seneca - Bibliographie 
Dialoge 
Ad Marciam de consolatione (~ 40)Trostschrift an Marcia, die um ihren verstorbenen Sohne trauerte.
Apokolokyntosis
(Verkürbissung) Eine Satire auf die Vergöttlichung des Kaisers Claudius. Sie ist in Prosa geschrieben und spottet über Taten (Hinrichtung politischer Wiedersacher) wie körperliche und geistige Eigentümlichkeiten des Kaisers.
De ira (41/42)
3 Bücher: Ira ("Zorn") wird als schlimmer Affekt (Gefühlsregung im Gegensatz zur Vernunft) dargestellt. Ziel ist das Handeln aus Affekt zu vermeiden.
Ad Helviam matrem de consolatione (42)
Trostschrift an seine Mutter Helviam wegen ihres Kummers über Senecas Verbannung nach Korsika.
Ad Polybium de consolatione (43 f.)
Trostschrift an Polybius wegen dessen Verlust eines Bruders. Seneca beabsichtigte dabei Polybius gnädig zu stimmen, da Polybius als Beamter erheblichen Einfluß auf den Kaiser im Bezug auf die Gewährung von Bittschriften besaß. Seneca stellte daraufhin einen Antrag auf Strafmilderung (Verbannung).
De brevitate vitae (~ 48)
Über die Kürze des Lebens. Das Leben erscheint nur demjenigen zu kurz, der seiner Lebensaufgabe nicht gerecht wird.
De constantia sapientis (55 f.)
Über die Standhaftigkeit des Weisen, der über die subjektive Empfindung von Empörung und Schmerz erhaben ist.
De vita beata (58)
Über das glückliche Leben. Seneca verteidigt den Erwerb von materiellen Gütern, unter der Bedingung, daß man den Besitz nur als Mittel, nicht aber als Ziel begreift. Das Lebensziel sollte stets die Tüchtigkeit bleiben.
De tranquillitate animi (59)
Über die Gemütsruhe. Die Gemütsruhe entsteht durch Zufriedenheit mit sich selbst.
De otio (62)
Über die Muße. Ein Werk aus der Zeit des Rückzuges Senecas vom Kaiserhof. Es geht um den Rückzug aus dem öffentlichen Leben in die Muße, um Schriften großer Männer zu studieren und dadurch der Mit- und Nachwelt zu nutzen.
De providentia (64)
Über die Vorsehung. Auch ein Werk aus der Zeit des Rückzuges Senecas vom Kaiserhof. Das Leben eines Menschen ist durch das Schicksal vorbestimmt.
De clementia (55 f.)
2 Bücher: Seneca schildert Nero das Ideal eines gütigen Herrschers. Dabei bedeutet die clementia: Die Beherrschung trotz der Möglichkeit der Rache.
De beneficiis (59-62)
7 Bücher über Wohltaten: Seneca beschreibt den Akt des Gebens, der schön ist, wenn er um seiner selbst willen geschieht. Der Akt des Gebens trägt zur Erhaltung der Gemeinschaft bei und ist Teil der Natur des Menschen. Seneca bezieht sich darin auf die zerstörende Wut und Grausamkeit der Herrscher sowie die fehlende Achtung und Dankbarkeit, welche die Gemeinschaft zerstört.
Epistulae Morales (63 -65)
124 Briefe an Lucilius über moralische Fragen. Seneca wirft Probleme des menschlichen Lebens, wie Reichtum, Armut, Glück, Freundschaft, Bildung, Tod, Angstzustände und Freiheit, auf.
Naturales Quaestiones (63 -65)
7 Bücher, sie enthalten naturwissenschaftliche Erörterungen mit moralischen Reflexionen. Die Erforschung der Wahrheit gibt dem sittlichen Leben des Menschen eine sichere Grundlage, sie befreit ihm von abergläubiger Furcht und läßt ihn die Größe der göttlichen Schöpfung erkennen.
Tragödien 
Die neun Tragödien, die einzigen römischen, die aus dem Altertum ganz erhalten sind, sind vor allem zur emotional-künstlerischen Wiedergabe bestimmt. Vorbild sind die griechischen Tragiker sowie Ennius, Accius und Ovid. Die Grundzüge der Tragödien sind Furcht und Grauen und die Pathologie maßlos gesteigerter Leidenschaften. Gestalten der Sagen werden Träger der Affekte. - Hercules Furens
- Troades
- Phoenissae
- Medea
- Phaedra
- Oedipus
- Thyestes
- Aganiemno (Agamemno)
- Hercules Oetaeus

